Montagsgruß - 15

01-06-2020

Hanni und Uwe Thomsen

Liebe Folkies!

Als die Corona -Krise (fast) alle kulturellen Aktivitäten zum Erliegen brachte, spielten und sangen ganz viele Musikbegeisterte alle zum selben Zeitpunkt Beethovens  "Ode an die Freude". Ich stellte mich auch mit der Geige vor die Haustür und es hörten  sogar ein paar zufällige Passanten zu. Das war ein verbindendes, schönes, aber einmaliges Ereignis.

 

Dann machte unsere Möllner Kirchengemeinde vor Ostern den Vorschlag, um 19 Uhr auf den Straßen mit gebotenem Abstand das Volkslied "Der Mond ist aufgegangen" zu singen. Ein paar Nachbarn in der Henri-Dunant-Straße nahmen diese Idee auf und wir gesellten uns  dazu. Seitdem singen wir mit 5-10 Personen  auf der Straße bzw. auf den Grundstücksgrenzen stehend (so hat es ein regelmäßig(!) patroullierender und kontrollierender Sicherheitsdienst erlaubt) jeden Abend zwischen 19 Uhr  und 19.20 Uhr mit viel Freude überwiegend deutsche Volkslieder, aber auch Kirchenlieder und internationale Folksongs. Es klingt u.a. wegen der nötigen großen Sicherheitsabstände  manchmal etwas schräg; aber die Töne kommen von Herzen und haben etwas Befreiendes. Wir wiederentdecken nebenbei schönes verschüttetes Liedgut aus unserer Jugend und erkennen die Problematik mancher Texte und ihrer Entstehungsgeschichte. Über Kanons freuen wir uns ganz besonders, weil sie uns doch auf einfache Weise Mehrstimmigkeit ermöglichen. Ohne Corona wäre das alles nicht geschehen. So hat diese böse Pandemie sogar etwas Positives und Nachahmenswertes bewirkt.

Mit folkigen Grüßen

Hanni und Uwe

Kein schöner Land

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